Günstige Wohnungen sind vielerorts selten geworden

Dezember 15th, 2010
Gustavo

Günstiger Wohnraum entwickelt sich vielerorts zu einem seltenen Glück. Da sich der Mietspiegel entsprechend des durchschnittlichen Einkommens der Einwohner einer Stadt verhält, unterscheiden sich die Mietkosten der einzelnen Städte extrem. Für Menschen mit einem Einkommen, welches im oder über dem Durchschnitt liegt, ist das Wohnen in teuren Gegenden ein eher nebensächliches Problem. Für geringer verdienende Bürger ­allerdings, ist das Bestreiten der monatlichen Miete eine Herausforderung, günstige Wohnungen notwendig.

Gegenüber städtischen Mieten ist das Wohnen auf dem Land und in Kleinstädten oft kostengünstiger. Eine Ausnahme bilden die sogenannten Speckgürtel der Metropolen. In Städten, deren Studentenanteil hoch liegt, steigen die Mieten. Denn, während eine größere Wohnung, wenn sie von einer Familie gezahlt wird, von einem Einkommen höchstens zweier Mieter bestritten werden muss, kann dieselbe Wohnung, an Wohngemeinschaften vermietet, von vier oder mehr zahlungskräftigen Studenten finanziert und somit zu einer höheren Miete vergeben ­werden. Mietkosten werden durch die Wohnungslage, den städtischen Mietspiegel, den Wohnkomfort und die Wohnfläche bestimmt. Dabei fallen die Kosten für Wohnungen im Erdgeschoss und Wohnungen mit Dachschrägen günstiger aus, als ­die von anderen Wohnungen gleicher Größe. Günstig wohnt auch, wer schon sehr lange in seiner Wohnung lebt, denn Mietkosten können nur nach streng gesetzlichen Regelungen erhöht werden.

Besonders preiswert sind unsanierte Wohnräume. Allerdings haben diese, 20 Jahre nach dem Mauerfall, nun selbst im Osten der Bundesrepublik Seltenheitswert. Vereinzelt sind sie aber doch noch zu finden. Wohnungen, die nur über Kohleöfen zu beheizen sind, deren Toiletten auf halber Treppe stehen und deren Fassaden die einstige Schönheit erahnen lassen. Hier ist es noch möglich, 80m² für 200 Euro zu bewohnen. Ebenfalls preiswert, aber mit mehr Komfort lässt es sich oft in den Plattenbauten der 60er, 70er oder 80er Jahre wohnen. Während die Stadtzentren meist preisintensiven Wohnraum durch historische Gebäude und aufwendige Sanierungen bieten, liegen die Plattenbauten eher in den Randgebieten der Städte. Nicht selten entwickeln sich dort soziale Brennpunkte.

Zur Erhaltung von preiswertem Wohnraum tragen oft die städtischen Wohnungsgesellschaften bei. Während private Investoren vereinzelte Häuser unterhalten, verfügen Wohnungsgesellschaften über mehrere Wohnkomplexe. Dadurch kommt es zu einer Kostenoptimierung, die sich dann auch in den Mieten widerspiegeln kann.

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